Slam Poetry

In den letzten Tagen sind wir darauf gestossen, dass in diesen Tagen die Schweizer Meisterschaft in Slam Poetry im Kanton Bern stattfindet. Da wir uns für verschiedene Arten von Kleinkunst interessieren, haben wir entschieden, eine der Veranstaltungen mitzuerleben, uns auf ein kleines Abenteuer einzulassen. Etwas neues zu erfahren und kennen zu lernen.

In Thun in der Aula des Gymnasium fand ein Halbfinale der Einzel-Slamer statt. Parallel dazu findet dieser Tage auch die Schweizer Künstler*innenbörse statt, ein Marktplatz, an dem sich die Künstler präsentieren können und auf Veranstalter treffen.

Die Halbfinale finden an 2 Tagen und 4 Orten statt, wobei jeweils 2 gleichzeitig stattfinden. Jeweils 10 Poeten Slamen um einen Platz im Finale, das 3 Tage später in Bern stattfinden wird. Die 10 Kandidat*innen sind in 2 Gruppen ausgelost worden und ebenso wurde ausgelost, in welcher Reihenfolge sie antreten.

Dann haben sie 6 Minuten Zeit, einen Text vorzutragen, der zum Nachdenken anregen soll. Dabei werden ganz unterschiedliche Themen bearbeitet. Den Aufruf an ein Mädchen, sich eben nicht das Leben zu nehmen, wie erkläre ich einem Jamaikaner Schnee, der innere Konflikt an der Kasse des Supermarkt ob man jetzt eine Tasche beziehen soll für die Einkäufe, Gedanken beim Besuch im Krankenhaus bei einer schwer kranken Person oder die Unterhaltung mit einer Oma, die die betreffende Person nie selber hat kennenlernen dürfen, um nur einige zu nennen.

Nach der Darbietung haben (zufällig) ausgewählte Personen im Publikum einige Sekunden Zeit, diese zu bewerten. Dazu haben sie einen Block erhalten, auf dem sie Noten bei 10.0 in 0.1-Schritten geben können. Im Publikum von geschätzt 200 Personen waren 7 solcher Jury-Blöcke verteilt.

Die Moderatorin (Patty Basler) ruft zur Bewertung auf und die Juroren zeigen ihre Bewertung. Von den 7 Noten wird jeweils die höchste und die tiefste Bewertung gestrichen und die restlichen Noten aufsummiert. In jedem der beiden Blöcke erreicht danach jeweils die Person mit der höchsten Bewertung das Finale. So kommt dann das Finale mit 8 Kandidat*innen zustande. Auf dem Bild sind links die Moderatorin und rechts der Musterslammer (Sacrifice), in der Mitte stehen die beiden Gewinner vom Abend. Es fällt auch die Diversität auf, in Alter, Geschlecht, kulturellem Hintergrund usw.

Die Veranstaltung ist nicht nur für die PoetInnen anspruchsvoll, dein Kopf wird dabei mit Gedanken geflutet. Am Ende bleibt nicht wirklich Zeit, diese zu sortieren. Im Publikum ist uns vor allem eine Familie mit 2 Kindern aufgefallen, 10 und 13 Jahre. Dass sich so junge Menschen für eine so anspruchsvolle Kunstform begeistern können spricht für sich, da haben sie die Eltern offenbar gut an diese herangeführt.

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