am Beispiel der kantonalen Parlaments- und Regierungswahl 2026 in Bern
Im März 2026 wurden im Kanton Bern Parlament (Grossrat) und Regierung (Regierungsrat) neu gewählt. Im Grossen Rat sitzen 160 Parlamentarier und im Regierungsrat 7 Mitglieder. Anhand dieses Beispiels zeige ich Euch auf, wie das in der Schweiz so funktioniert.
Ungefähr 3 Wochen vor dem Wahltermin haben wir jeweils einen dicken Umschlag mit folgenden Unterlagen erhalten:

Einen Wahlausweis, Den Umschlag für die allfällige Briefwahl, den Wahlausweis, einen Wahlzettel für die Regierungsratswahl und einen Block mit Wahlzetteln für die Grossratswahl. Dazu noch einen ganzen Stapel an Wähler-Informationen (Werbematerial) der einzelnen Parteien und Kandidierenden.
Der Regierungsrat wird hier (ausser auf Bundesebene) direkt vom Volk gewählt. Hier gilt das Majorz-Verfahren. Jeder Wähler darf aus der Liste der Kandidierenden maximal 7 Namen auf seinen Zettel schreiben. Jeder Name darf nur einmal aufgeführt sein. Die Kandidatenmit den meisten Stimmen sind gewählt. Im ersten Wahlgang muss dazu aber das absolute Mehr erzielt werden. Das heisst, sie müssen mehr als 1/14 der abgegebenen (Einzel-) Stimmen auf sich vereinen. Falls nicht genügend Personen dieses absolute Mehr erreichen kommt es zu einem zweiten Wahlgang (3-4 Wochen später). Dort sind dann diejenigen Kandidaten gewählt, die am meisten Stimmen erhalten haben. Eine Besonderheit ist, dass die französischsprachige Minderheit aus den Jura einen Sitz im Regierungrat garantiert hat.

Das Ergebnis: Am Ende sind 2 Sozialdemokraten, 2 Personen aus der SVP (Schweizerische Volkspartei) sowie je eine Person von den Grünen, der FDP und der Mitte gewählt worden, dieses Mal alle im ersten Wahlgang.
Falls ein Mitglied der Regierung im Laufe der Legislatur zurücktritt, wird ein Ersatz gewählt, auch wieder in einer Mehrheitswahl mit möglicherweise 2 Wahlgängen. Und in 4 Jahren müssen sich alle wieder einer Wahl stellen.