a unique Odyssey (original-Zitat von der Homepage of Belmond)
Dieser Zug hat nicht 4-eckige Räder, es sind höchstens 3-eckige!
Wir sind im Hotel Monastery in Cusco untergebracht, ein altes Kapuzinerkloster, das zum Hotel umfunktioniert wurde. Von da fahren wir morgens um / Uhr los mit einem Minibus. Der bringt uns in 2 Stunden nach Urubamba, wo das Hotel Rio Sagrado steht und der Zug startet. Hotel und Zug gehören zur Belmond Gruppe.
Bei der Zugstation direkt beim Hotel wird der Start zelebriert. Die Fahrgäste werden mit einem Drink begrüsst und vor der Abfahrt gibt es Musik und eine traditionelle Zeremonie der traditionellen Peruaner (Inka greift hier zu kurz).





Der Zug ist luxuriös ausgestattet und führt am Ende einen Bar-Waggon mit offenem Balkon am Ende. Hier spielt eine Musikgruppe auf und es werden Drinks ausgeschenkt. Während der Fahrt gibt es ein Mittagessen, eine Kürbiscreme zum Start, Rinderfilet mit verschiedenen Beilagen als Hauptgang und ein schön dekoriertes Schokoladenmousse zum Dessert.
Derweil schaukelt der Zug auf alten Gleisen beschaulich mit ca 15km/h nach Osten durch das heilige Tal der Inka, das Urubamba-Tal. Unsere Fahrt hat wohl nur 20 min gedauert, dann hält der Zug scharf an. Fachleute erkennen gleich, dass er entgleist ist. der Halt (noch vor Beginn der Mahlzeit) dauert dementsprechend lange. Wir können so gemütlich und ohne Ruckeln das schmackhafte Essen zu uns nehmen.



Dass der Zug entgleist, überrascht nur wenig. Auch uns ist aufgefallen, dass hier die Gleise teilweise nur mit Schrauben oder gar Nägeln an den Schwellen befestigt sind. Die Schwellen sehen auch nicht mehr grad neu aus; gut möglich, dass die noch original von 1911 sind. Ebenso das Gleisbett, bei dem der Schotter nicht mehr zu erkennen ist, er ist mit feinem Material aufgefüllt und die Gleise sind stellenweise auch bis zur Oberkante eingedeckt.
Nach der Wartezeit von gut 2 Stunden werden wir gebeten, den Zug zu verlassen, gehen zu Fuss auf dem Gleisbett zu einem anderen Zug, der nun wesentlich weniger komfortabel ausgestattet ist. Aber er ruckelt genauso und fährt nicht wesentlich schneller. Dieser bringt uns in der Folge nach Aquas Calientes, oder wie die Station heute heisst, Machu Picchu Pueblo. Der Urubamba ist hier ein reissender Fluss und es gibt auf den letzten Kilometern auch keinerlei Strasse mehr. Nicht auszudenken, wen die Entgleisung hier passiert wäre.
Das Dorf ist ein Wunder der kompakten Bauweise. An den steilen Wänden des Tales stehen hier Häuser und die Bahnlinie mit dem Bahnhof. Die Bahnlinie geht noch eine kurze Strecke weiter, wo die Züge gewendet werden (d.h. die Lok vom einen Ende zum anderen gewechselt wird) Ab hier geht die Fahrt mit Bussen weiter. Auf einer abenteuerlichen Serpentinenstrasse geht es hinauf zur Anlage von Machu Picchu.
Nach dem Besuch der Anlage gibt es dort im Restaurant eine Tea-Time. Weil wir im ganzen Programm ziemlich verspätet sind, müssen wir diese in aller Eile zu uns nehmen, fahren doch die Busse nur bis 18Uhr von Machu Picchu talwärts.
Dort müssen wir eine ganze Weile warten, hat doch der Zwischenfall den Zugverkehr im Ganzen auf der Linie beeinträchtigt. Die Gestrandeten von beiden Seiten müssen erst wieder dahin gebracht werden wo sie sein sollten. Es gibt hier wohl kaum Reserven an Übernachtungsmöglichkeiten…
Aber uns wird auf der Fahrt das Dinner serviert, das wir jetzt im ruckelnden Zug einnehmen müssen. Dieses besteht auch wieder aus 3 Gängen, mit einer Auswahl bei der Hauptspeise. Das Ruckeln ist auch für das Service-Personal herausfordernd, gerade das Einschenken von Wein ist nicht einfach.
Um den Tag nicht über Gebühr in die Länge zu ziehen, werden wir von den Minibussen in Ollantaytambo abgeholt, von wo die Fahrt nach Cusco ca 2 1/2h dauert. Am Ende sind wir nach Mitternacht zurück in unserem Hotel, zum Glück geht es am folgenden Tag nicht allzu früh los.
Der Begriff Odyssey trifft bei dieser Fahrt in einer Art und Weise zu, wie ihn die Marketing-Leute von Belmond sicher nicht verstanden haben wollten.