Auflagen für Südgeorgien-Reisende

Heuten wurden wir an Bord eingewiesen in die Auflagen und Regelungen für Anlandungen in Südgeorgien und der Antarktis. Diese werden von der IAATO, einer internationalen Vereinigung von Anbietern von Antarktisreisen und basieren auch auf internationalen Antarktis-Verträgen.

Auf Südgeorgien haben Ende des 19.Jh und in der ersten Hälfte des 20.Jh vor allem Walfänger gelebt und sind ihrem Geschäft nachgegangen. Heute zeugen die Reste der mächtigen Tanks für das gewonnene Öl und Tran von jener Zeit bei den Stationen wie Grytviken oder Stromness. In Grytviken ist heute auch die Verwaltung der Insel angesiedelt und hier werden die Vorschriften durchgesetzt.

Die Walfänger haben Ratten eingeschleppt und Rentiere mitgebracht, zweitere auch als nachwachsende Fleischquelle, die sich selber versorgt. Diese Fauna-Verfälschungen haben sich auch einige endemische Arten verheerend ausgewirkt. In den letzten 10-20 Jahren hat man aber grosse Anstrengungen unternommen, sowohl Ratten als auch die Rentiere loszuwerden, was offenbar gelungen ist. Dann gilt es aber eben auch, ein erneutes Einschleppen zu verhindern. Ein Rentier kommt kaum unbemerkt auf und von einem Schiff, bei Ratten und Mäusen ist diese Gefahr jedoch gross.

So muss jedes Schiff, das auf der Insel anlanden will vorher von Suchhunden auf das Vorhandensein von fremden Tieren kontrolliert werden. Das ist in Stanley während unseres Landgangs passiert.

Dazu kommt aber auch, dass wir unsere (Oberbe-)Kleidung, die wir bei den Anlandungen tragen wollen, heute von allen potentiellen Trägern von biologischem Material befreien mussten. Dazu müssen die Taschen umgedreht und ausgebürstet werden, Klett-Verschlüsse gestriegelt werden und jegliche Sand- und Erdanhaftungen entfernt werden. So soll der Eintrag von fremden Pflanzensamen verhindert werden. Die Stiefel müssen vor und nach jedem Landgang gereinigt werden. Beim ersten Landgang auf der Insel werden offensichtlich ein Teil der Passagiere von örtlichen Behörden daraufhin kontrolliert.

Weil zur Zeit auch eine erhöhte Gefahr von Vogelgrippeviren besteht, ist es auch nicht gestattet, Taschen und Rucksäcke auf den Boden zu stellen oder sich hinzusetzen auf der Insel. Wir sollen ja auch nicht eventuell vorhandene Keime von einem Platz zum andern weitertragen. Der Ausfall einer Brut in einer Kolonie ist durchaus zu verkraften für die Population, aber nicht von Duzenden von Kolonien.

Wir stellen fest, dass die Regeln in dieser Hinsicht strenger, rigider geworden sind. Es sind auch immer mehr Menschen als Reisende in dieser Regionen unterwegs.      

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