es gibt kein schlechtes Wetter

nur unzureichende Bekleidung. alte Bergsteiger-Weisheit (bevor man von Outdoor-Aktivitäten sprach)

Wir haben nur wenige Pläne für Tromsø im Voraus gemacht. Eigentlich nur diesen: Wir wollten in diesen Tagen auf den Fjell wandern. Es fährt auch eine Luftseilbahn auf diese. Wir wollen aber durch das Tal nördlich davon hinein und dann von da auf diese Gipfel hinter der Luftseilbahn gelangen, Bønntuva und Fløya.

Die Wetterprognosen für die kommenden Tage lassen nur den Schluss zu, dass dies am ersten Tag unternommen werden sollte. Aber Prognosen sind schwierig, ganz besonders wenn sie die Zukunft betreffen. Nach der norwegischen Wetterapp „yr“ sollte der Regen, den wir morgens noch wahrnehmen, im Verlaufe des frühen Vormittags aufhören und vielleicht sogar nachmittags etwas Sonne wahrzunehmen sein.

Wir fahren mit dem Bus über die Brücke an der Eismeerkathedrale vorbei. Diese haben wir uns vor 6 Jahren angesehen. Nach einer Runde in Tromsdalen steigen wir an der Haltestelle Fløywegen aus, diese scheint die optimale für unser Vorhaben. Leider tröpfelt es immer noch etwas vom Himmel, aber wie sagt Gian (oder wars Giachem) „das isch nu e füechte Wind“. Wir wandern durch eine Wohnstrasse mit älteren und neueren Wohnhäusern. nach kurzer Zeit geht es in den Wald. Dieser ist dicht bewachsen, vor allem Birken, etwas Weiden und Erlen, dichte Vegatation darunter, über kniehohe Farne, Huflattich und anderes Kraut. Unser Weg ist erst eine halbe Forststrasse, nicht so gut gebaut wie sie bei uns sind, aber fahrbar mit Naturbelag. Nach etwa 4km beginnt der Weg etwas stärker anzusteigen und wird auch schmaler. wir gewinnen Höhe und erreichen bei zunehmendem Wind 2 rote Hütten, Røde Kors Hytta. Sie sind verschlossen und wohl für Notfälle gedacht. Wir machen im Windschatten einer der beiden Hütten eine kurze Verpflegungspause. Leider beginnt es in der Zeit wieder verstärkt zu regnen, das Heidekraut zieht sich die Regenhose über. Wir passieren auf einem flacheren Abschnitt 2 kleinere Seen, bevor der Weg wieder ansteigt für die letzten 200m. Zuletzt kommen wir bei einem kegelförmigen Steinhaufen an, der den höchsten Punkt kennzeichnet, wir sind auf dem Bønntuva (776m) angelangt. Es sieht hier aber so aus, wie bei uns in den Alpen auf 2700m Höhe. Keine Bäume, keine Sträucher, nur Gras, Moos und Flechten, dazwischen eine Glockenblumen und andere kleine Blüten. Hier machen wir eine Mittagsrast und essen die mitgebrachten Brote.

Es ist mittlerweile wieder trocken, aber der Wind macht es etwas ungemütlich hier oben. Also halten wir uns nicht lange auf und beginnen den Abstieg. Erst geht es sanft abwärts, bevor es noch einmal kurz zum Fløya bergan geht. Hier steht eine Ansammlung Steinmänner, an denen wir vorbei gehen und den Abstieg fortsetzen. jetzt geht es immer wieder in steileren Stufen abwärts und langsam kommen wir wieder in die Region der Sträucher. Auf 420m Höhe kommen wir nach knapp 5 Stunden zur Bergstation des Fjellheisen, der Luftseilbahn. Hier geniessen wir ein Stück Kuchen, bevor wir mit der Bahn nach unten fahren.

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