Sigtuna

Nach einer gut 2 Stunden dauernden Schifffahrt durch die Inselwelt westlich von Stockholm erreichen wir Sigtuna. Du hast von diesem Ort noch nie gehört? Wir bis dahin auch nicht.

Sigtuna sieht vom See aus wie ein kleines verschlafenes Feriendorf. Eine Einkaufstrasse mit Häusern mehrheitlich aus Holz, eine Marina und ein Strandweg. Wir haben erst mal Hunger und suchen beim Stadhotell ein kleines Kaffee auf, in dem es Salate und Grillspeisen gibt. Danach setzten wir unseren Rundgang fort. In der Hauptgasse gibt es weitere Kaffees, eine Bank, Friseur, Uhrenmacher und auch einen Optiker, klein aber fein.

Wir wollen aber nicht einkaufen, müssten wir doch das alles noch Wochen mit uns herumtragen. Ein kleines Haus mit Türmchen ist angeschrieben als Townhall, oder Radhus. Der Ratsaal ist ein besseres Wohnzimmer mit einem ovalen Tisch, an dem wohl höchstens 4 Ratsmitglieder und ein Schreiber Platz fanden.

Vor gut 1000 Jahren war aber Sigtuna eine bedeutende Stadt, hier hat der König residiert. Gegründet wurde die Stadt um 970 von Erik dem Siegreichen gegründet im Bestreben ein europäisch geprägtes Königreich für das neue Millenium zu errichten. Zeugnis davon sind auch die Reste von einst 6-8 grossen Steinkirchen, die in der Zeit der ersten Jahrtausendwende und bis ins 11. oder 12.Jh hier auf einer Strecke von weniger als 1 km errichtet wurden. Mit ein wichtiger Punkt für die Gründung an diesem Platz war die Erreichbarkeit mit dem Schiff. Dieses war ein wichtiges Verkehrsmittel bis ins 20. Jahrhundert von und nach Stackholm.

Heute steht hier auch das älteste Backsteingebäude Schwedens, die Marienkirche, die auch noch genutzt wird. Daneben steht die Ruine der Kirche des hl. Olaf, dem hier in Skandinavien verbreitet Kirchen geweiht wurden. Auch den Ruinen ist anzusehen, dass sie Zeugnis sein sollten, für die Baukunst der damaligen Zeit.

Neben den Resten dieser Sakralbauten gibt es in der Gemeinde eine grosse Zahl von Runensteinen, Zeugnissen der Vikinger zu Beginn deren Christianisierung. Die Steine wurden z.T. auch in Mauern eingebaut und später teilweise wieder zusammengesetzt. Diese Steine wurden als Gedenksteine von Angehörigen errichtet, in Einzelfällen auf für den Errichter selber.

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