Die grosse Zinne

Von den 3 Zinnen steht in der Mitte die höchste, der Gipfel ragt auf 2999m Höhe hinauf. Früher war die Höhe noch mit 3003m angegeben, weil aber der Nullpunkt für die Höhenmessung angepasst wurde, ist der Berg etwas „geschrumpft“ und um den Status eines 3000er gebracht worden.

Schon in meiner Kindheit wünschte ich mir, in den Dolomiten zu klettern und die 3 Zinnen waren da immer das Symbol dafür. Es gehört darum auch dazu, einmal auf deren Gipfel, am besten der grossen Zinne gestanden zu haben.

Weil unsere Pläne für den Urlaub im Südtirol ohnehin obsolet geworden sind, haben wir uns neue Ziele gesteckt und wir wollten versuchen, eine Besteigung anzugehen. Dazu haben wir einen lokalen Bergführer kontaktiert und heute war es dann soweit. Allerdings begrüsste uns am morgen nicht Luis als Bergführer, es war die Michi. Eine junge Berführerin sollte uns auf den Gipfel führen.

Das Heidekraut hegte immer noch Zweifel, ob sie es wagen solle, ob sie dem gewachsen wäre. Wir sind also am Morgen früh wieder zur Auronzohütte gefahren und haben da unsere Ausrüstung zusammengepackt.

Erst geht es auf einem breiten Spazierweg (den wir von gestern kennen) nach Osten. Bald steigen wir aber in die Geröllfelder oberhalb des Weges und queren in diesen unter der grossen Zinne zum Couloir zwischen dieser und der kleinen Zinne. In diesem steigen wir hinauf bis zum Einstieg in die Normalroute. Jetzt wird „angeschirrt“. Teilweise steigen wir alle 3 gleichzeitig am kurzen Seil auf, an etwas exponierteren oder schwierigeren Stellen sichert uns die Bergführerin kurze Strecken nach. Es geht über Stufen und Bänder, stellenweise ist es ein etwas ausgesetzter Weg, durch Kamine und über Wände hinauf. Es ist neblig heute, die Stimmung hat etwas geheimnisvolles. Kurz vor dem Gipfel aber kommen wir in die Sonne und endlich sind wir oben angekommen. Ein erhabenes Gefühl macht sich breit, ohne das Bewusstsein zu verlieren, wie klein der Mensch doch ist.

Aus dem Nebelmeer ragen die Gipfel rundherum, Monte Cristallo, Dreischusterspitze und wie sie alle heissen. Wir geniessen unser Picknick hier oben, bevor wir wieder in die Suppe absteigen müssen. Diese löst sich zwar langsam etwas auf, dafür hängen dann Wolken wie Kappen an den Gipfeln. Zufrieden und glücklich kommen wir beim Auto an und lassen den Tag bei Kuchen und Getränken ausklingen.

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