Rettendes Licht

Schiffe auf See sind zur Orientierung heute mit den GPS-Daten nicht mehr so sehr auf sie angewiesen, wie sie es bis vor wenigen Jahrzehnten noch waren: die Leuchtfeuer. Trotzdem sind sie immer noch wichtige Hilfen für den Schiffsverkehr vor allem bei Nacht. Heute haben wir den Leuchtturm auf dem Hoburgsholmen besuchen können und hier viel über die Entwicklung dieses Werkes erfahren dürfen, auch wenn die schwedische Guide nicht so gut englisch sprach. Der Leuchtturm wurde 1846 erstellt und anfänglich mit Öl betrieben. Dieses russte allerdings stark so dass die Spiegel oft gereinigt werden mussten. Auch musste der Brennstoff hinauf in den Turm getragen werden, was sicher keine leichte Arbeit war. Später wurde mit anderem Brennstoff (Petroleum?) gearbeitet, so dass zumindest weniger Russ anfiel. Zu Beginn des 20. Jh wurde eine neue Mechanik eingebaut, die mit einem 400kg schweren Gewicht angetrieben wurde, um das System mit den Spiegeln und später Linsen rundherum zu bewegen. Dieses Gewicht musste alle 4 Stunden wieder gegen 30m hochgekurbelt werden. Heute ist auch der Antrieb elektrisch und ferngesteuert. Interessanterweise bewegt sich das Linsensystem fortwähren, auch am Tag, konstant um die eigene Achse. Nur das Licht wird tags ausgeschaltet, sonst könnten die Besucher nicht oben auf die Krone gehen.

Die Glühlampe mit 1000W ist ein Zylinder von etwa 25cm Länge und etwa 6cm Durchmesser. Die beiden Kontakte sind fast fingerdick. Sie sendet 500000lm aus, so dass das Licht auch in mehr als 50km Entfernung zu sehen ist. Das ist nur möglicht, weil es gut 50m über dem Seespiegel leuchtet und weil die Brücken grosser Schiffe etwa 30m über dem Wasser liegen. Für ein kleines Boot ist das Leuchtfeuer bereits in 20km Entfernung hinter dem Horizont verschwunden.

Dieser Leuchtturm sendet alle 5 Sekunden einen Lichblitz aus, d.h. eigentlich dreht sich das Lichthaus in 15 Sekunden einmal um die Achse. Das Licht wird in 3 Richtungen über die Linsen ausgestrahlt, dass für ein Schiff aus Entfernung alle 5 Sek ein Licht zu sehen ist. So weiss der Seemann, dass es das Feuer Hoburgen ist.

Die 3 Linsen haben einen Durchmesser von je 2.8m! Das sind natürlich keine richtigen Linsen, es sind mittig je eine Stufenlinse von etwa 50cm Durchmesser und darum herum ringförmige Prismen, die das Licht mittels Totalreflexion in die gewünschte Richtung leiten.

Bei Tag kann er ihn an der Farbgebung erkennen.

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