Lima und die Katakomben

Unsere Reise endet dieses Mal in Lima, der Hauptstadt von Peru. Der Hafen von Lima heisst Callao und ist wenig geschützt, d.h. dass die Dünung des Pazifik stark zu spüren ist. Auch hier werden die Schiffe an der Pier bewegt und die Leinen belastet. Wir verbringen noch einen Tag in Lima, bevor wir nach Hause zurück fliegen.

Welches Kabel führt wohin?

Ein drittel der Bevölkerung Peru’s wohnt im Bezirk der Hauptstadt, also etwa 11Mio Menschen. Und man hat den Eindruck alle seien immer mit dem Auto unterwegs, es herrscht ein stetes Verkehrschaos, selbst wenn auch viele Busse und Taxis in den Strassen zu sehen sind. Auch als Netz-Elektriker wird man sich hier in der Stadt köstlich amüsieren. Ich habe den Eindruck, dass zu jeder Wohnung ein separater Draht vom Kraftwerk geführt wird.

Wir treffen viel Polizei an, es ist der Tag vor dem entscheidenden Fussballspiel Peru’s gegen Neuseeland um die Qualifikation für die WM-Endrunde in Russland. Die Peruaner werden das Spiel gewinnen und  sich als letzte Mannschaft für diese Turnier qualifizieren, aber da sind wir bereits auf dem Flug nach Hause.

Auf einer Besichtigungstour durch die historische Altstadt von Lima kommen wir zum Kloster der Franziskaner und die Kirche. Die Franziskaner sind hier immer noch aktiv. Unter der Kirche (wie uns gesagt wird unter jeder Kirche in Südamerika) sind die Katakomben zu finden. Auch bei uns ist die Krypta unter der Kirche oft Bestattungsort bedeutender Menschen, was hier aber praktiziert wurde ist ein ganz besonderes „Geschäftsmodell“. Die Leute glaubte, dass wer unter der Kirche bestattet würde, den direkten Weg ins Paradies fände am Ende der Tage. Der Platz war nicht kostenlos. Die Leichname wurden unter der Kirche in ca 15m tiefen Gruften gestapelt. Nach einigen Jahren wurden die verwesten Reste der Gruft entnommen, und die Knochen nach Art und Grösse sortiert und platzsparend gestapelt. So konnte die Gruft wieder genutzt werden für nächsten zahlenden „Gäste“. Über die Jahrhunderte sind allein hier 25000 Menschen bestattet.

Das Geschäft wurde 1928 von der Regierung aus Gründen der Hygiene und Gesundheit beendet. Ich habe den Guide gefragt, ob die Menschen denn gewusst haben, dass sie ihre Knochen bei der Auferstehung erst zusammensuchen müssten, weil sie verstreut gelagert wurden. Selbstverständlich nicht, die Menschen glaubten, dass sie für immer als Ganzes hier ruhen können. Das Geschäftsmodell wurde von den Mönchen geheim gehalten.

 

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