Trujillo

Die erste Anlandung in Peru stellte sich für die Crew als eine ziemliche Herausforderung heraus. Der Hafen von Salaverry ist bekannt dafür, dass er einen heftigen Schwell hat. Als die Hansatic am frühen Morgen in den Hafen einlaufen wollte, erfuhr sie, dass der Hafen seit 3 Tagen deswegen geschlossen war. Wir konnten dann trotzdem anlanden. Der Schwell allerdings kostete die Hanseatic 2 Leinen.

Salverry ist der Ausgangspunkt für unser Eintauchen in die Chimu-Kultur. In der Nähe von Trujuillo befinden sich verschiedene Tempel- Anlagen der Chimu, wovon wir zwei besichtigen. Die Chimu Zivilisation hat ihre Blütezeit von ca. 850 v. Chr. bis 1470.

Der Drachentempel (Huaca del dragón)

Dieser Tempel wurde fälschlicherweise als Drachentempel bezeichnet, da Südamerika keinen Bezug zu Drachen hat. Das Darchenwesen ist in Asien beheimatet. Deshalb wird der Tempel auch Regenbogentempel genannt.

Der Lebensraum der Chimu, die nördliche Küste Perus, ist fast niederschlagsfrei. Der Grund dafür ist der kalte Humboldtstrom, der die Regenwolken aufs Meer hinauszieht. Ein Leben der Chimu war deshalb nur möglich in den Tälern entlang der Flüsse.

Dort wurde mit ausgeklügelten Bewässerungsanlagen Baumwolle, Mais, Bohnen, Erdnüsse und Cayennepfeffer angebaut. Zuvor wurden riesige unfruchtbare Gegenden mit Hilfe von Verzweigungskanälen und unter Ausnutzung des kleinsten natürlichen Gefälles, in Kulturland umgewandelt.

Die Wände dieses beeindruckenden Tempels der Chimú-Kultur ist mit Regenbogenreliefs und Figuren verziert. Bemerkenswert ist vor allem, dass die Tempel Anlagen vollkommen aus Lehmziegel erbaut worden sind. Diese Kulturgüter sind extrem gefährdet, durch die mit dem El-Nino Phänomen verbundenen heftigen Regenfällen.

Chan Chan

Die Weltkuturerbstätte Chan Chan ist die Hauptstadt der Chimu. Der Grossteil der heute noch erhaltenen Stadt ist laut Forschung etwa im 13. Jahrhundert entstanden. Die Chimu-Metropole umfasste 28 qkm und beherbergte auf ihrem Höhepunkt ca. 60.000 Einwohner, was sie zu einer der grössten Städte Südamerikas machte. Die Anlage bestand aus zehntausenden Gebäuden, die von Mauern bis zu einer Höhe von neun Metern umgeben waren. Die Wände der Paläste und Tempel wurden mit detaillierten Fresken ausgestaltet. Chan Chan war damit ein fast unangefochtenes Machtzentrum, was sich auch in einem beträchtlichen Gold und Silberreichtum niederschlug.

Die historische Stadt war in neun autonome Viertel unterteilt, die jeweils von einer anderen Dynastie genutzt wurden. Sie dienten jeweils 8 Königen und dem Hofstaat als Wohnbezirk und Arbeitsstätte.

Sehenswert ist heute vor allem der sogenannte Tschudibereich, benannt nach dem Schweizer Archäologen und Naturforscher Johann Jakob von Tschudi (1818-1889). Denn hier sind Festsäle mit aussergewöhnlichen Verzierungen erhalten geblieben und teilweise restauriert worden.

Die Wasserversorgung stellte sich nicht nur als logistische, sondern auch militärische Schwachstelle heraus. Chan Chan konnte von den Inkas um 1470 mit militärischer Gewalt nicht besiegt werden. Deshalb leiteten die Angreifer den durch die Oase fliessenden Fluss um, so dass die Einnahme der Stadt durch die bald eintretende Wasserknappheit möglich wurde.

Dies ereignete sich nur 50 Jahre bevor die Spanier Peru eroberten.

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