Die Embera-Indios

In diesen Tagen hatten wir auch die Gelegenheit, ein Dorf der Embera-Indios im Regenwald zu besuchen. Diese Dörfer sind nicht leicht zu erreichen, sind doch kaum Strassen bis hier erstellt worden. Auch unser Besuch ist Tiden-abhängig. So kommen erst einzelne Motorboote der Einheimischen hier am Schiff an, die anderen folgen einige Zeit später. Die Boote fahren mit mehr als 60kmh über das Wasser des Golf San Miguel und wenig langsamer dann im Fluss aufwärts. Ein breiter Fluss mit braunem Wasser schlängelt sich hier dem Ozean entgegen. Dieser Sedimente wegen ist die Bucht auch so flach, dass die Hanseatic 5km vor der Küste bereits den Anker werfen muss. Nach einger Zeit auf dem breiten Fluss geht es in einen Nebenfluss, wesentlich schmaler, die Motoren werden teilweise aus dem Wasser gehoben und mit Steckpaddeln weiter gefahren. Diese sind lang und werden tatsächlich im Boden eingestochen.

Der Wasserstand ist allerdings niedrig und die Boote bleiben früher stecken als geplant. Ausserdem ist die Brücke, über die wir das Dorf hätten erreichen müssen vom Landesteg aus, kaputt und nicht begehbar. Aus einer angekündigten trockenen Anlandung wird eine ausgesprochen nasse. Wir müssen teilweise bereits im Flussbett das Boot verlassen und in knietiefem Wasser zur Ausstiegstelle waten. Dort ist dann Schlamm knöcheltief und tiefer. Danach gehen wir auf dem Waldboden, der allerdings auch oft schlammig ist, weiter bis zum Dorf La Chunga.

Wir werden herzlich empfangen. Die Einheimischen verkaufen Flechtarbeiten aus Pflanzenfasern des Waldes. Daneben leben sie davon, was der Boden hergibt: Sie pflanzen Mais, Reis, Süsskartoffeln und Gemüse an, Zuckerrohr, Bananen usw. Sie halten Hühner und wohl auch anderes Getier, das wir aber nicht im Dorf gesehen haben. Sie zeigen uns einige traditionellen Tänze und machen Musik und zeigen auch, wie sie Reis schälen, Der Mais malen, oder das Zuckerrohr auspressen. Die meisten Frauen tragen nichts über die Brust, einige haben Behänge aus Glasperlen. Sie sind aber alle bemalt bis ins Gesicht. Die Frauen und Mädchen tragen Tücher um die Hüfte gewickelt und die Männer und Jungs ein rotes Tuch, das von einem Band um die Hüfte gehalten wird und vorne und hinten wieder herunterfällt. Einzelne haben zusätzlich aus Bananenblättern ein Röckchen um. Auffallend sauber sind die Tücher der Mädchen und Jungen, man hat den Eindruck, dass sie sie normalerweise nicht tragen.

Viele Kinder begleiten uns an der Hand zurück bis zur Stelle, an der wir wieder in die Boote steigen. Das Wasser ist in der Zwischenzeit etwas höher und wir können an einer Stelle einsteigen, wo es fast trocken geht. Hier gibt es Obst von der Schiffsküche und da hat es immer auch Reste für die Kinder. Es ist später Nachmittag geworden, die Fahrt zurück zum Schiff geht in die Nacht hinein, die hier sehr schnell einbricht. In unserem Boot gibt es noch ein Problem mit dem Motor, das aber ein anderer Bootsführer lösen kann. Wir kommen bei Dunkelheit am Schiff an, die einheimischen Bootsführer müssen jedoch wieder zurückfahren…

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