Uri-Rotstock 2929m

In diesem August hatte ich das Vergnügen, gleich 2 mal auf diesem imposanten Gipfel zu stehen. Hier ist die Rede von der zweiten Tour. Was vor 30 Jahren eine veritable Hochtour war, ist heute eine Alpinwanderung, die aber bei schlechter Sicht durchaus ihre Tücken haben kann.

Die Tour wurde von unserer Sektion des SAC durchgeführt und wir wollten beide da mitgehen. Leider musste das Heidekraut der Gesundheit wegen zu Hause bleiben. So konnte ich mir die Route schon mal ansehen…

Schon die Fahrt mit der Luftseilbahn auf die Musenalp im Kleinthal bei Isenthal UR ist ein Erlebnis. Es ist eine der kleinen Bahnen, die im Uri oft die abgelegenen Höfe und Alpen bedienen. Auf der Alp gibt es ein Berggasthaus und einen Alpwirtschaftsbetrieb, der Käse produziert. Ich sehe und erfahre auf Nachfrage, dass Milch mit der Bahn ins Tal gefahren wird. Es ist die der Ziegen, die dann auf die benachbarte ALp hinauf gefahren wird, ebenfalls mit einer Transportseilbahn (nicht zugelassen für Personen-Transport). Andererseits kommt von dieser Alp die Kuhmilch hierher und wird hier mit zu Käse verarbeitet.

Morgenstimmung über dem Vierwaldstättersee

Wir übernachten hier und starten am frühen Morgen bei blauem Himmel zu unserer Tour. Der Aufstieg ist zu Beginn steil, wir sind froh, dass die Temperaturen im einstelligen Bereich liegen. Nach etwa 2 Stunden erreichen wir ein Plateau auf 2280m Höhe. Hier lag vor noch nicht allzu langer Zeit ein Gletscher, der über die Kante davor abgebrochen ist. Noch vor 30 Jahren war von der Alp ein mächtiger Eisabbruch zu sehen, wie die Wirtin uns erzählte. Jetzt ist hier kein Eis mehr zu sehen. In Geröll wandern wir über die Ebene bis wir hinter dem 2. Felsriegel recht abbiegen. Hier ist der Fels deutlich gestuft, wie eine Treppe für Giganten, immer wieder 10-20m leicht abfallend, dann eine Stufe von einigen Metern Höhe. Dazu gibt es immer wieder tiefe Karstlöcher und Spalten, es wirkt wie ein versteinerter Gletscher.

Roter Rotstock über dem „versteinerten Gletscher“

Auf der Karte ist hier noch ein Chlitaler Firn eingetragen, von dem ist heute aber kaum mehr etwas zu sehen. Auf den Resten davon liegt so viel Geröll und Schutt, dass das Eis nicht zu sehen ist. Der Firn hat wohl seit vielen Jahren keinen Zuwachs mehr erhalten. Auf 2800m Höhe erreichen wir den Grat des Gipfels, den wir nach knapp 4 Stunden erreichen. Herrschte beim ersten Mal hier ein scharfer Wind ist es heute windstill und angenehm von der Temperatur. Auch an dem Dienstag sind auf dem Gipfel ca. 20 Personen anwesend während der Stunde, die wir hier verbringen.

Danach geht es wieder über den Grat hinunter und danach an der Flanke hinunter in Richtung Blüemlisalpfirn. Von dem ist noch wesentlich mehr zu sehen. An der Gitschenhörelihütte vorbei (Selbstversorgerhütte) steigen wir hinab in Richtung Biwaldalp. Kurz bevor wir diese erreichen, queren wir auf einem Weg oberhalb um weniger Höhe zu verlieren. Danach steigt es wieder an zum Übergang über den Sassigrat, damit wir wieder zur Musenalp gelangen. Hier beenden wir unsere Rundtour und fahren wieder mit der Seilbahn hinunter. Es ist eine lohnende Tour mit tollen Ausblicken. Wir hoffen, dass der kommende Herbst noch einige solche Touren zulässt.

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