Store Moss

Heute berichte ich von einem Ausflug im Inneren von Südschweden, genauer gesagt von Smaland (mit einem o auf dem a, ich Schweden gibt es eben das A und O). Wir haben auf unserer Reise in den Westen in Värnamo halt gemacht, das liegt nicht weit entfernt vom Store Moss Nationalpark.

Der Name sagt schon vieles, store heisst gross, Moss ist ein Moos oder Moor. Ein grosses Moss haben wir auch im Kanton Bern; das ist aber nicht mit diesem hier zu vergleichen. Dazu muss man vielleicht etwas zu den Landschaften in Schweden wissen. Im Süden (Schonen) scheint mir der Boden geprägt von Schwemmland. Es wird viel Landwirtschaft betrieben, es gibt nicht so viele Wälder und die Landschaft ist nicht viel anders als in Dänemark. Hier oben weiter nördlich merkt man, dass auf dem Fels (meist ein roter Granit) kaum Boden liegt. Vielerorts kommen rundgeschliffene Felsköpfe an die Oberfläche. Die Wälder sind dominiert von hohen Kiefern und Birken und wo sie „geerntet“ sind, sieht man meist grosse Felsbrocken herumliegen. Hier im Inneren finden sich viele kleinere und grössere Seen, wie ich mir Finnland vorstelle. Viele mit Moorbereichen am Rand.

Hier im Store Moss NP gibt es um einen zentralen See ein grosses Moor in allen Stadien. Es gibt bewaldete Bereiche mit Kiefern, oder solche mit Birken und Erlen, es gibt Sumpfbereiche und Riedgraswiesen, aber auch Weiden für Kühe im Randbereich. Diese Nutzung ist auch wichtig, weil sie die Flächen offen hält. Dazu gibt es einen grossen Schwingrasen, eine Vegetationsfläche, die auf der Wasseroberfläche liegt und keine Wurzeln zum Boden bringt; die Pflanzen müssen die Nährstoffe aus dem Wasser entnehmen oder verwenden, was vor Ort in Gras vermodert. Darin gibt es aber auch Büsche!

Leider sind wir wohl etwas spät im Jahr in diesem Nationalpark, sind doch von den Beobachtungstürmen kaum mehr Vögel zu sehen: eine kleine Schar Graugänse und in weiter Ferne ein Paar Kraniche, das war alles, was grösser als eine Amsel ist. Im Frühjahr scheint hier das grosse Brüten und Balzen abzugehen, aber die Jungvögel sind ausgeflogen und auch die Altvögel scheinen sich in andere Gebiete verzogen zu haben.

Trotzdem ist die 15km lange Wanderung rund um den See wegen der abwechslungs-reichen Landschaften interessant und gibt schöne Einblicke. Ich hätte hier nicht wirklich Reptilien erwartet, aber mir sind auf dem Weg einige Eidechsen begegnet.

Von Anfang April bis Mitte August ist die Umgebung des Sees als Vogelschutzgebiet gesperrt, der Zutritt verboten. Im Winter jedoch werden offenbar Schneeschuh-wanderungen über den Store Moss angeboten und werden hier auch Seeadler gefüttert.

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