Antiquitäten

Öland ist eine rauhe Insel, das haben wir bereits erwänt. Trotzdem ist sie schon früh durch Menschen besiedelt worden, es gibt Spuren davon seit über 2000 Jahren. In der kargen Landschaft haben die Spuren recht gut die Zeit überdauert und man hat den Eindruck, dass die heutigen Bewohner diese Spuren respektieren und erhalten. So sieht man in einigen Vorgärten alte Steine, die offensichtlich von Menschen aufgestellt wurden und wie sie auf den alten Gräberfeldern zu sehen sind.

Es gibt überdimensionierte „Maulwurfshaufen“ aus grossen Steinen, die zu einer Zeit errichtet wurden als die Menschen es wichtig fanden, eine gut sichtbare Grabstätte zu errichten (Zitat von einer Infotafel). An anderen Stellen sind es Steinkreise oder Steinschiffe, einzelne grosse Steinplatten und ähnliches. Einzelne wurden archäologisch untersucht, aber die meisten (noch) nicht. Trotzdem zählen Sie zum gesetzlich geschützten historischen Erbe des Landes.

Eine weitere solche Antiquität ist die Burg bei Eketorp. Diese fällt schon von weitem auf mit ihrer rekontruierten Ringmauer. Diese Burg wurde in unterschiedlichen Zeit-perioden genutzt. Die erste Zeit war es einfach ein Richt und Kultplatz im 3./4.Jh. Zu der Zeit hat niemand hier gelebt, er wurde offenbar zu den Kulten aufgesucht. Kurz darauf schien es wichtig zu sein, einen leicht zu verteidigenden Platz zum Leben zu haben. Noch in dieser Eisenzeit haben wohl ungefähr 20 Familien hier gelebt und auch Tiere gehalten. Auf der einen Seite innerhalb der heutigen Mauer wurden die Hütten teilweise wieder errichtet, wie sie damals wohl gestanden haben. In der einen konnten wir einen Brotfladen backen, wie sie ihn wohl damals auch gemacht haben, angeleitet von einem Museumsmitarbeiter, der gekleidet war, wie es damals üblich gewesen sein soll. Auch tierische Bewohner gibt es im Dorf, wie es wohl zu der Zeit auch gewesen sein soll. Der Platz war dann einige Jahrhunderte verwaist und wurde im Mittelalter dann mit der Ringmauer versehen, die heute wiederhergestellt wurde. Jetzt war es eine Garnison und Soldaten mit allen Hilfskräften (z.B. Schmiede) lebten und wirkten hier. Diese Periode währte im 16. Jh wenige Jahrzehnte, bevor die Burg wieder verlassen wurde, weil sie nicht mehr benötigt wurde. Die Gruppe hatte ihre Ziele erreicht und die Herrschft über grössere Gebiete errungen.

Auf der anderen Hälfte in der heutigen Ringmauer erhält man einen Eindruck, wie das Leben da ausgesehen haben mag. An einer Stelle kann man sich als mittelalterlicher Krieger verkleiden und fühlen, wie schwer das Kettenhemd zu tragen ist. Was einzig etwas schade ist, dass die Informationen fast ausschliesslich in schwedisch geschrieben sind, lediglich Zusamenfassungen sind in englisch zu finden. Trotzdem ist es einen Besuch wert.

 

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