Minieras da fiern

Das der Name des Ofenpasses von Il Fuorn, der Ofen herrührt, ist wohl hinlänglich bekannt. Dass in diesen Öfen Eisen aufbereitet wurde vielleicht weniger. Dass das Eisenerz sogar in der Gegend des Ofenpasses abgebaut wurde vielleicht noch weniger. Oberhalb der Alp Buffalora haben die Leute im 14. und 15. Jhdt in 60-70 Stollen Erz abgebaut. Erkennbar sind die Standorte der Stollen am den Abraumhalden, die davor aufgeschüttet wurden. Wenn man bedenkt, mit welchen Mitteln damals gearbeitet werden musste, ist man erstaunt, wie lang diese Stollen teilweise sind.

In mühseliger Handarbeit haben die Bergleute diese Stollen entlang der Grenze von glattem Kalkstein, auf dem das mineralienreiche Wasser über Jahrmillionen entlang geflossen ist, und porösem Kalksandstein, der das Eisen aus dem Wasser aufgenommen hat, ihre Stollen vorangetrieben. Vortrieb pro Tag etwa 2-3m. Es scheinen jeweils 3 Männer in einem Stollen tätig gewesen zu sein, einer brach in einer oberen Ebene aus, der zweite etwas zurückversetzt in einer tieferen Ebene und der dritte führte das Material auf kleinen Holzwagen aus der Grube hinaus. von 1330 bis 1499 wurde das Erz in den Minen abgebaut, später wurde hier nur noch im Tagebau Erz gewonnen, wobei viele Tausend Kubikmeter Felsmaterial bewegt wurden.

Ende des Stollen Son Lurench
Ende des Stollen Sonch Lurench

Das Erz wurde im Tal in Brennöfen weiterverarbeitet. Weil mit Holzkohle gefeuert wurde, konnte es nicht geschmolzen werden. Aber immerhin konnte ein Eisen gewonnen werden, aus dem sich Hufeisen und Werkzeuge erzeugen liessen. Das Abgeschlagene Restmaterial wurde nach Süddeutschland gebracht, wo in Hochöfen mit Steinkohle doch noch Eisen daraus gewonnen werden kannte. Auf dem Rückweg brachten die Leute Steinkohle mit, mit der auch hier ein Hochofen betrieben werden konnte. Die Verhüttung wurde offenbar noch länger betrieben, das Erz kam später aus Italien.

Ein Verein hat in den letzten Jahren einzelne Stollen wieder freigelegt. Das Gestein ist so solide, dass der eigentliche Stollen im Fels erhalten blieb. Nur im Eingangsbereich mussten die Stollen gestützt werden und jetzt wieder freigelegt und erneut abgestützt. Das Erdreich auf dem Fels rutscht langsam talwärts und drückt letztlich die Tunnel zusammen. Wir konnten mit einem Führer 3 solche Stollen besichtigen, wobei der längste 150m tief in den Berg reicht.

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