Ein Meister der Anpassung

Was für ein Glück wir doch hatten, die vielfältige Tierwelt des Pantanal vor Augen und vor der Fotolinse zu haben! Es war ein unerreichbar geglaubter Traum, Jaguare und Hyazinth Aras aus nächster Nähe zu beobachten. Hinzu kamen all die anderen auf ihre Art faszinierenden kleinen und grossen Säugetiere, Reptilien und, ganz zu schweigen davon, die unvorstellbar bunte Vogelwelt. Tiere in ihrer freien Wildbahn zu beobachten, ist immer wieder ein unbeschreibliches und einzigartiges Erlebnis. Aber eines von unserer Wunschliste ziert sich noch …

Wir beginnen schon am Vorabend Ausschau zu halten nach dem Ameisenbären. Unendliche Weiten mit Termitenhügeln, vereinzelte Baumbestände, gelbblühenden Sträuchern; eine aride Landschaft. Wir würden sagen: ideale Bedingungen. Trotzdem: absolut keinerlei Spur des Ameisenfressers. Als es bereits eindunkelt brechen wir die Suche ab. 

Am folgenden Tag machen wir uns ganz früh am Morgen mit dem Gelände-Bus auf, um den Ameisenbären zu finden. Es ist noch ganz schön frisch am Morgen und ein Fleece ist eine gute Wahl. Es sind bereits andere Busse unterwegs. Wir drehen einige Schlaufen und plötzlich sammeln sich 3 Fahrzeuge an einem Punkt.

Da ist er! Er ist riesig, oder besser gesagt sie, ein ruhig wandelnder Berg mit einem Wuschelschweif, der genauso lang ist wie der restliche Körper. Er ist gar nicht so unscheinbar, wie wir gedacht hatten, und hebt sich von der braun-grünen Savannenlandschaft ab.

Aber was befindet sich da auf dem Rücken des Ameisenbären? Da ist doch eine kleine Schnauze zu sehen. Zunächst glauben wir, dass die Bärin zwei Junge hat. Es handelt sich jedoch um das Bein des kleinen Ameisenbärenbabys, das neben seinem Kopf zu sehen ist. Wir blicken ungläubig auf den sich rührenden braunen Hügel im Savannengras. 

Die Ameisenbärin bewegt sich allmählich aus dem Blickfeld. Wir drehen nochmals eine Runde. Was ist nun! Ein weiterer Ameisenbär überquert die Schotterstrasse. Doch schnell sucht er den Schutz der zahllosen Büsche auf.

Dass sie sich in voller Grösse aufrichten, um mit ihren scharfen Krallen erfolgreich einen Jaguar Angriff abzuwehren, obwohl sie keine Chance hätten, sich tatsächlich gegen die grosse Raubkatze zu verteidigen. Das aber weiss zu ihrem Glück wiederum der Jaguar nicht.

Obwohl der Grosse Ameisenbär meist tagaktiv ist, kann sein Aktivitätsmuster je nach Jahreszeit und Wetterbedingungen variieren. An heissen Tagen bevorzugt er die kühlen Morgen- und Abendstunden für die Nahrungssuche, während er an kühleren Tagen auch tagsüber aktiv ist.

Ein weiteres unbezahlbares Naturerlebnis.

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