Ladekabelfehler

Hier am Ende des Lysefjord, in dem kleinen Ort wo sich Möve und Hering gute Nacht sagen, sind wir angekommen mit einer Restkapazität von 25%, sprich 100km Distanz. Dabei haben wir damit gerechnet, dass wir hier das Fahrzeug einige Stunden laden können, und sei es an einer ganz normalen Steckdose. Beim Einchecken frage ich nach der Steckdose, aber am angegebenen Ort kann ich keine finden. Beim 2. Nachfragen erhalten wir keine zielführende Auskunft und so suche ich im Dorf nach anderen Möglichkeiten, z.B. beim Campingplatz, leider ohne Erfolg.

Am 2. Tag kann ich wieder die erste Person fragen und sie erklärt mir noch einmal, wo die Steckdose zu finden sein müsste und nun kann ich sie auch finden. Mit dem Adapter für die hier üblichen Schuko-Stecker verbinde ich das Ladekabel über eine Kabelrolle und stecke es am Fahrzeug an. Leider will diese nicht laden, auf dem Display erscheint eine Meldung „Ladekabelfehler, siehe Handbuch des Ladekabels“. Ich kann im Fahrzeug keine solches Handbuch finden und so versuchen wir den Fehler an jeder möglichen Stelle auszuschliessen. Wir finden weitere Steckdosen in der momentan offenen Waschküche und wir schliessen das Ladekabel direkt an der Dose an, immer mit dem selben Ergebnis. Zuletzt rufen wir in der Roadside-Assistance von Tesla an, wo man uns auch nicht wirklich weiterhelfen kann, es könnte ein Problem der Infrastruktur vor Ort sein…

So nutzen wir das Auto nur sehr geringfügig hier und buchen schon mal die Fähre nach Stavanger, da finden sich sicher Ladeplätze und es gibt einen Tesla-Shop. Diesen erreichen wir mit zuletzt wohl knapp 10% Kapazität, Anzeige rot, Hinweis: sofortiges Laden emphohlen.

Wir werden freundlich, z.T. mit Bewunderung empfangen, hier hatten sie wohl noch keinen Tesla aus der Schweiz zu Besuch. Das Ladekabel wurde auch hier augetestet, immer noch mit der selben Fehlermeldung im Display, einzig die Fehlermeldung des Ladegeräts in Form von Blinkzeichen wechselte. Es wird erst vermutet, dass es am Adapter (Schuko-Schweizer Stecker) liegt. Also wird das kurze Kabelstück mit dem Schweizer Stecker ersetzt durch eines mit Schuko-Stecker. Auch das fruchtet nicht. Zuletzt wird ein ganz neues Lade-Kabel von hier hergeholt, und siehe, so geht es. Es gebe in Norwegen beim Stromnetz wohl etwas spezielle (restriktivere) Einschränkungen als in andern Ländern, so sind die Netze für max. 13A ausgelegt. Möglicherweise funktioniert darum unser Ladekabel hier in Norwegen nicht. Zu guter Letzt wird Niklola hier am Schnell-Futtertrog auf gut 70% aufgeladen, so dass wir heute unbesorgt fahren können.

Wir sind froh, nun sicher auch an Haushalt-Steckdosen laden zu können in Norwegen. Andererseits ist es sicher ein Punkt, an dem die Techniker von Tesla arbeiten können, wenn sie mal alle Probleme gelöst haben ;-).

Fazit: Auf einer solchen Reise lohnt es sich, schon zu Beginn alle diese Varianten auszutesten, das geht leider nicht zuhause.

Falls Du mit Verbrenner jetzt leise Schadenfreude verpürst: in Lysebotn gibt es auch keine Tankstelle! Die nächste ist auch wohl 50km entfernt, über einen 900m hohen Pass erreichbar.

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