Indios

Was in Brasilien offenbar schwer möglich ist, holen wir auf der Reise im oberen Teil nach; Besuche bei der Indigenen Bevölkerung. In einem Vortrag von Christian Sauer, dem Ethnologen unter den Experten, zeigt er auf, dass die Bezeichnung Indios wohl weniger mit dem Glauben von Kolumbus, er hätte bereits Indien erreicht, zu tun hat. Er beschreibt die Menschen so wie sie waren, vorwiegend nackt, wie Gott sie geschaffen hat (in Dios). Das mag eine Hypothese sein, sie scheint uns aber nicht abwegig.

Wir haben die Glegenheit am einen Tag in Kolumbien ein Dorf der Yagua zu besuchen und einen anderen Tag eines der Bora. Diese Menschen haben durchaus auch Kontakt mit den Errungenschaften der Zivilisation, es gibt Mobiltelefone, sie sind auch «normal» gekleidet, wenn sie nicht ihre traditionelle Kleidung tagen (aber auch unter dieser tragen sie Unterwäsche. Sie leben aber im Alltag in ihrer sozialen Ordnung und betreiben Landbau, jagen und fischen vorwiegend für den Eigenbedarf und Verkaufen die Überschüsse an Früchten oder Jagderfolg auch auf den lokalen Märkten der näheren Orte. Das verschafft ihnen die Mittel für die Dinge, die sie nicht im Dschungel finden können.

Für die Besucher führen sie die traditionellen Tänze vor und führen uns durch ihr Dorf, wo wir ihre Lebensumstände erahnen können. Sie verkaufen auch selbstgemachte Souveniers, handwerklich hergestellte Holzartikel, Taschen oder Schmuck aus den traditionellen Materialien. Auch gemalte Bilder auf einer Leinwand, die aus einer Baumrinde gemacht wurde, gehören dazu. Es ist kein billiger Kitsch aus China.

Der Älteste der Bora erzählt, dass sein Volk während des Kautschuckbooms zu Beginn des 20. Jh von den Kautschuck-Baronen versklavt und misshandelt wurden. Sie sind darauf tiefer in den Dschungel bis an diesen Platz geflohen. Hier leben sie heute in direkter Nachbarschaft mit den Huitotos. Sie leben ihre Traditionen, aber auch sie nutzen mehr oder weniger die modernen Mittel.

Die Bevölkerung profitiert aber auch anderweitig vom Besuch des Schiffes; auf der Reise abwärts bringen die Hanseatic-Schiffe den Gemeinschaften auch Materialien aus Iquitos gemäss deren Wünschen; meist sind es Schulbedarfs-Materialien aber auch andere hilfreiche Güter, zu denen sie schwer kommen. Dies wird von gezielten Spenden der Fahrgäste getragen, auch von der letztjährigen Reise stromabwärts.

Die traditionelle Lebensweise dieser Menschen wird auf Dauer kaum zu erhalten sein, auch hier zieht die Moderne ein. Mobiltelefone, moderne Fahrzeuge und Kleidung. Wie lange sie im Einklang mit der Natur leben können bleibt zu beobachten.

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