Bei Manaus fliessen die Wasser des Solimões (so heisst der Amazonas in Brasilien oberhalb dieser Stelle) und des Rio Negro zusammen. Beides sind gewaltige Wasserläufe, die die Donau oder den Rhein in Europa weit in den Schatten stellen.
Was bis jetzt unspektakulär klingt ist ein Naturschauspiel der besonderen Art. Der Rio Negro trägt seinen Namen zurecht, das Wasser ist schwarz wie Kaffee oder ein starker Tee. Es ist auch sauer von den Tanninen, die das Wasser aus den Blättern am Boden auswäscht (PH 4.5). Daneben trägt es auch kaum Sedimente mit sich und fliesst wesentlich langsamer.
Daneben bringt der Solimões sehr viel Sedimente aus den Anden mit sich. Das Wasser ist neutral (PH 6.5-7) und sieht eher aus wie ein Milchkaffee. Hier bei der Mündung vermischen sich die beiden Gewässer nicht sofort, sie fliessen vielmehr noch einige Kilometer (ca 6-10km) nebeneinander her, wobei der schwarze Streifen immer schmaler wird. Grosse Wirbel zeigen schön auf, wie sich die Vermischung abspielt.