Boi Bumba

Wir sind etwa 1000km von der Mündung entfernt bei Parintins. Die Hanseatic Spirit liegt am Anker. In die Stadt gelangen wir mit lokalen Flussbooten, die auch längere Fahrten machen. Dann liegen die Passagiere in Hängematten an Bord.

Parinins hat etwa 115’000 Einwohner und liegt auf einer Insel am Rande des Stroms. Diese liegt hoch genug, dass sie auch bei Hochwasser nicht überflutet wird. Da gibt es mehrere Tankstellen, obwohl das Strassennetz auch hier isoliert ist. Neben den üblichen Anlagen wie der Kirchen, Rathaus, Supermärkten usw gibt es hier eine grosse Arena, das Bumbódromo. In diesem findet alle Jahre jeweils im Juni das Boi Bumba Festival statt.

Dieses dauert 3 Tage und 2 opponierende Gruppen spielen eine traditionelle mythische Geschichte mit viel Tanz und lauter Musik. Dabei werden die Darbietungen wie beim Karneval in Rio von einer Jury unter verschiedenen Gesichtspunkten bewertet und ein Sieger erkoren.

Für das Festival ist es noch zu früh im Jahr, aber wir durften an einer Vorführung der einen dieser Gruppen, der Boi Garantido, beiwohnen. In aufwendigen Kostümen und mit komplexen Wagen ausgestattet wurden uns einzelne Elemente der Geschichte dargeboten. Darin kommen Indigene mit einem Schamanen und deren Riten vor, ein Ranchero mit seinem Personal und vor allem seiner Tochter, der der Ochse (Boi) gehört, um den sich die Geschichte dreht. Es sind wilde Tänze und ausgefeilte Choreografien und das bei Temperaturen und Feuchte, die uns beim Sitzen und zusehen den Schweiss aus den Poren treibt.

Die lokale Expeditionsleiterin hat uns erklärt, dass der hiesige Bischoff nicht wollte, dass die Leute hier Karneval feiern wie in Rio, darum hat er dieses Festival initiiert. Aber auch dieses hat sich dann wohl bald karnevalsähnlich entwickelt.

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