Ein Trojanisches Pferd?

„Aber dieses Geschenk könnte sich als ein Trojanisches Pferd entpuppen und der türkischen Regierung langfristig viel Macht und Einfluss in dem kleinen Balkanland bringen.“ Franziska Tschinderle, freie Journalistin in Tirana

Im Zentrum der Hauptstadt steht unübersehbar eine Moschee. Sie ist nach osmanischem Vorbild erbaut und massgeblich von einer türkischen Stiftung finanziert worden.

Vom Bild erinnert der Bau an die blaue Moschee in Istanbul, nur dass diese sogar 6 Minarette aufweist. Eine mächtige Kuppel ist von weit herum sichtbar und wird von den 4 Minaretten umrahmt. Strahlendes Weiss nach aussen bestimmt die Fassade, innen sind viele arabische Zeichen zu sehen. Zur Grundsteinlegung und zur Eröffnung ist der türkische Präsident angereist. Vielleicht gibt es auch Träume von einer Wiedergeburt des Osmanischen Reiches unter seiner Führung…

Weil die albanischen Muslime nach Ansicht des Türkischen Präsidenten Recep Tayyip Erdogan aber der Hizmeth Bewegung (Galen-Bewegung) zu nahe steht, wird die Moschee heute von der Türkei verwaltet und möchten auch deren Imam bestimmen. Das sei gesetzlich zwar illegitim, es wird aber befürchtet, dass entsprechende Druckversuche gemacht würden.

Die Moschee ist die grösste auf dem Balkan und bietet Platz für bis zu 5000 Gläubige. Daneben gibt es auch Nebenräume unterschiedlicher Art (Klassenzimmer für Studien, einen Konferenzraum, eine Bibliothek usw). Etwas seltsam mutet aber der Platz an, an dem dieser Bau steht.

Parlamentsgebäude

Fast wie die bescheidene Hütte des Gärtners der Moschee steht unmittelbar daneben das Parlamentsgebäude von Albanien.

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