BunkArt

Am Rand der Hauptstadt gibt es ein besonderes Museum, das auf dunkle Zeiten in der jüngeren Geschichte Albaniens verweist, BunkArt 1. BunkArt2 liegt mitten in der Stadt selber. Wir haben uns BunkArt1 angesehen.

Am NE-Rand der Stadt ist in einem Viertel ein unscheinbarer Tunnel zu sehen. Der schmale Tunnel (Kreuzen mit Fahrzeugen nicht möglich) ist der Zugang zu diesem (Un-)Ort. In einem etwas versteckten Tal hat sich der mächtige Mann des kommunistischen Albanien einen Führungsbunker erstellen lassen, der ihm als Rückzugsort bei einer befürchteten Invasion dienen sollte. Enver Hoxha war Lehrer und später Tabakhändler in Tirana. Als Albanien von Mussolinis Italien besetzt wurde, schloss er sich dem Widerstand gegen die Besatzer an. Mithilfe vor allem der jugoslawischen KP unter Tito gründete er die Partei in Albanien, deren Vorsitzender er bald wurde und bis zum Tod auch blieb. Bis zum Schluss hat er sich zum Stalinismus bekannt und nach und nach mit allen Verbündeten (und wirtschaftlichen Unterstützern) gebrochen und das Land in eine Isolation geführt, die mit der von Nord-Korea heute zu vergleichen ist. Auch der Kult um seine Person ist bis zum Ende gepflegt worden.

Reste einer Codiermaschine neben dem Kassahaus des Museums

Hier in den Bunkeranlagen kann man einen Raum sehen, der für ihn eingerichtet wurde, mit sehr komfortabler Einrichtung und den Umständen. Andere Räume zeugen aber heute auch von den Gräuel an der eigenen Bevölkerung und der Grenzkontrollen, die jeden Austausch mit den Nachbarländern unterband. Auch über das (einfache) Leben der Bevölkerung wird in einigen der Räume berichtet. Über diesen Bunker wussten auch Albaner kaum Bescheid, der Eingang in dieses kleine Tal wurde von der Partei streng kontrolliert. Es ist ein bedrückendes Museum und wer unter Platzangst leidet, sollte sich hier nicht zu lange aufhalten.

In der Stadt gibt es eine Pyramide, die von der Tochter Hoxha’s als Museum für ihren Vater erbaut wurde. Der Kult um ihn fand aber ein rasches Ende und das Gebäude fristete lange ein erbärmliches Dasein. Nach einer Umgestaltung ist es heute ein Internationales Kulturzentrum.

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