Der Kapitän und der Kreuzfahrtdirektor haben die Fahrtroute und den Fahrplan geändert, damit wir noch verbliebenes Packeis antreffen. Viele Passagiere hatten bereits gefragt, wann denn endlich Eis zu sehen wäre. Jetzt sind wir am Eingang der James Ross Strait nördlich der King Wiliams Island.
Hier ist es soweit, und wo Eis auf dem Meer treibt, das genügend Tragekraft hat, sind auch Eisbären zu finden. Es geht tatsächlich nicht lange, bis von der Brücke eine Sichtung gemeldet wird und sich das Schiff diesem nähert. Auch für die Crew-Mitglieder ist das nicht alltäglich und so gestattet der Kapitän auch ihnen, die Arbeiten einen Moment niederzulegen und den Eisbären zu beobachten. Der lässt sich auch von der Nähe des grossen Schiffs nicht sonderlich beeindrucken und bleibt auf seiner Scholle.
Nur kurze Zeit später werden wieder Bären gesichtet, diesmal sind es zwei. Diese haben offensichtlich am Morgen eine Robbe jagen können und fressen nun friedlich an dieser. Es müssen wohl Geschwister sein, ungefähr 2 Jahre und 9 Monate alt. Sie sind friedlich beisammen und fressen ohne Stress an dieser nicht übermässig grossen Beute. Manchmal stubsen sie sich friedlich an, was nicht der Fall wäre, wenn es eine zufällige Begegnung wäre. Hinweise deuten darauf hin, dass es ein Junge und ein Mädchen sind, was aber nicht sicher zu bestimmen ist.
Es ist schön zu sehen, dass diese 3 Bären um diese Jahreszeit noch gut im Futter sind, ist doch der Sommer die schwierigste Jahreszeit für diese Tiere. Bis aber das Eis wieder mehr wird, geht noch einige Wochen, die sie abwarten müssen. Dann ist auch die Jagd auf Robben leichter für sie.



Wo Eisbären sind, ist auch die Eismöve nicht weit. Diese finden nach dem Bären am Tisch noch reichlich zu Fressen und machen den Platz sauber.