Wenn ich den Begriff „Tal der Tempel“ höre, fällt mir nicht als Erstes Italien ein, sondern Ägypten. Auf Sizilien gab es aber nicht nur Syrakus als hellenistische Siedlung oder Stadt. Ungefähr 580 vor unserer Zeit wurde im Süden eine Stadt namens Akragas gegründet, die schon bald zu einer wichtigen Stadt in der Gegend wurde.
Das Tal der Tempel ist aber nicht wirklich ein Tal, sondern eher ein kleiner Kamm, auf dem dem die Stadt angelegt wurde. Und natürlich gehörten zu einer solchen Stadt Tempel für die verschiedenen Götter und Halbgötter.
Von der Stadt ist für das Auge des Laien nicht mehr sehr viel zu erkennen, aber einige der Tempel sind zu erkennen, weil sie teilweise wieder aufgerichtet wurden. Die Sockel der Tempel müssen wohl erhalten geblieben sein, aber die nachfolgenden Völker haben von den Bauten wohl einiges an Baumaterial genommen, andere wurden umgenutzt. So wurde z.B. der Tempel, der heute als der Tempel der Konkordia bekannt ist, in frühchristlicher Zeit zu einem Gotteshaus umgenutzt und war zeitweise der Sitz des Bischof von Agrigent. Dazu wurden grosse Durchbrüche in die Wände des Tempels gehauen, aber damit war der Grund gegeben, das Gebäude weiter zu pflegen und erhalten.
480 v. Chr. wurde mit dem Bau eines riesigen Tempels begonnen, der dem olympischen Zeus geweiht werden sollte. Mit einem Grundriss von den Massen eines Fussballfeldes sollte er wohl die Grösse und Macht der Stadt sichtbar machen. Aber solche Bauten benötigten schon damals sehr viel Zeit zu erstellen und so war er nicht fertiggestellt, als die Stadt von den Karthagern erobert wurde. Riesige Kapitelle und Säulen-Fragmente liegen um den Sockel des Tempels herum und lassen ahnen, was hier geplant wurde.

Auch hier lässt sich die Grösse der hellenischen Kultur erahnen, die bereits vor 2500 Jahren derartige Bauwerke erstellen konnte.