Zahlen sind auch nur Symbole

Das Heidekraut und der Braunbär sind wieder „on tour“. Dieses Mal wieder einmal ohne die Bodenhaftung zu verlieren, will heissen mit der Eisenbahn und dem Schiff. Die Bahnreise ist etwas länger, es geht südwärts bis nach Sizilien. Das dauert ab Thun gut 24 Stunden.

Zur Zeit ist die Bahnlinie zwischen Domodossola und Verbania wegen einer Baustelle unterbrochen, also müssen wir über den Gotthard fahren. Und weil auch da der Basistunnel für Personenzüge nur eingeschränkt befahrbar ist, geniessen wir die Bergstrecke, Das dauert halt auch etwas länger. Umsteigen müssen wir in Milano Centrale und in Roma Termini, wo wir auf den Nachtzug wechseln.

In den grossen Bahnhöfen Italiens scheinen die Züge auf die Geleise disponiert zu werden, wie es aktuell passt, eine Anzeige auf welchem Gleis der nächste Zug fährt gibt es recht kurz vor der Abfahrt. Eine weitere Besonderheit fällt uns in Rom auf. Wir haben hier etwas mehr als eine Stunde Zeit und Hunger, es ist Zeit für Abendbrot. Die Restaurants sind auf einer Empore über den Geleisen angeordnet, aber man muss den Bereich der Bahnsteige verlassen. Um wieder auf die Bahnsteige zu gelangen, muss eine Schranke passiert werden, wie am Flughafen mit dem Boardingpass. Allerding muss hier das Ticket gescannt werden.

10 Minuten vor der Abfahrt gibt es die Information, dass der Zug auf Binario 14 steht. Das Gleis 14 ist am selben Bahnsteig wie Gleis 16, Gleis 15 muss nach der Anzeige vor Ort dann hinter Gleis 14 angeordnet sein, fast wie in Bern mit Gleis 49/50, die hinter den Gleisen 9/10 angeordnet sind.

Bein Zug dann suchen wir Wagen 2, in dem unser Liegewagen-Abteil reserviert ist. Nach der Lok finden wir Wagen 5, der nächste ist aber Wagen 6! Da das Heidekraut noch nicht so gut zu Fuss ist, fragen wir erst einmal Personal. Wir werden angewiesen, dem Zug weiter zu folgen. Also gehen wir vorbei an Wagen 7 und 8, danach folgt Wagen 14 (?) und plötzlich Nummer 4. Hinter Wagen 3 ist der gesuchte zu finden. Wieso diese allerdings in der Reihenfolge da stehen, bleibt uns scheierhaft. Wir finden auch unser Abteil und können uns einrichten. Es gäbe sogar 4 Liegeplätze, aber die beiden ganz oben sind im Estrich und dienen uns, unser Gepäck teilweise zu deponieren.

Zahlen sind ja auch nur Symbole für den Wert und hier hätte man die Wagen auch mit japanischen Schriftzeichen bezeichnen können.

Die Fahrt geht dann ruhig von statten. Morgens früh wird der Zug in zwei Teilen auf eine Fähre verladen von Villa San Giovanni nach Messina. Danach geht die Fahrt auf Schienen weiter nach Sirakusa, unserem Zielort.

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