Nach dem Regentag in N’Kob haben wir unsere Reise wie geplant fortgesetzt. Auf der RP1521 (Route provincial) sind wir nach Norden gefahren. Die Zufahrtsstrasse zur Kasbah wurde für uns repariert, d.h. der ausgeschwemmte Graben (ca 20cm tief) wurde wieder zugeschaufelt, die letzten Teile direkt vor unserem Bus.
Diese führt nach Norden erst über sanfte Bergrücken stetig steigend. Später fahren wir in einem Tal, das überraschend grün ist. Hier gibt es offensichtlich Wasser in genügendem Masse und niocht nur weges des gestrigen Regens. Immer wieder gibt es Äckerchen in Talboden und nebenan die Häuser. Ziegen und Schafe streifen mit dem Hirten umher. Auf etwa 1350m Höhe halten wir bei einem Restaurant an. Es ist eigentlich eine einfache Hütte mit kleinen Stallbauten neben an. Es werden aber auch Getränke verkauft hier und es gibt eine Toilette. Von hier aus sieht man zum Bab n’Ali, das ist ein Turm, der aus dem Geröll herausragt, fast wie die Zinnen in Südtirol. Nebenan steht eine zweite, etwas breitere mit kleinen Zapfen direkt daneben, das ist die Frau des Ali.
Später steigt die Strasse richtig an. In Serpentinen windet sie sich einen steilen Hang hinauf. Der Tizi n’Tazazert ist 2300m hoch. Hier oben ist aber nicht einfach ein Übergang und dann geht es gleich wieder abwärts, hier gibt es eine Ebene, auf der Menschen ihr Auskommen finden und Feldfrüchte anbauen. In diesem Hochtal zweigen wir kurz von unserem Weg ab und erreichen Iknouen auf fast 2000m Höhe.
Das Dorf ist überraschend gross und hat am Dienstag immer Wochenmarkt. So steht es voller Fahrzeugen jeder Art und der Platz ist voller Menschen Waren aller Art werden feilgeboten. Früchte und Gemüse, Gewürze und Kräuter, Getreide und Kerne, Kleider aller Art, Haushaltwaren usw.
An einem Stand liegt auf einem riesigen Tisch ein Berg Schuhe, der Tisch ist sicher 5m lang und 1.5m breit. Die Treter liegen alle durcheinander. Ich greife mit einen linken; eine hübsche Lederarbeit mit gestanztem Lochmuster. Aber der rechte dazu ist nicht aufzufinden. Wir streifen über den Markt und kaufen einige Datteln. In einer Werkstatt im Dorf sehe ich, wie sich ein Mann an der Innenseite eines Autoreifens zu schaffen macht. Mit einem konischen Schleifkörper schleift er da herum. Später holt er Kleber und einen Gummiflicken, den er danach aufklebt, wie wir es auf Fahrradreifen manchmal tun.
Nach dem Marktbesuch fahren wir ins Dadès-Tal hinab. In der Ferne sehen wir Schnee auf den Bergen liegen. Es ist das Massiv des Jebel M’Gouna, 4071m hoch. Auch dort gab es gestern Niederschlag, oberhalb 3500m als Schnee. Der wird aber nicht lange liegen bleiben.