free Kurt

Nun ja, Willy war schon ein anderes Kaliber, Kurt bringt lediglich 695g auf die Waage und nicht mehrere Tonnen. Er lebt in den Lüften und ist ein geschickter Jäger.

Unsere Kinder haben dem Braunbären zum runden Geburtstag eine Patenschaft für einen Greifvogel aus einer Greifvogelstation geschenkt.

So sind wir an einem Samstag quer durch die Schweiz gefahren und haben in Berg am Irchel Andi Lischke getroffen. An diesem Tag gab es einen Kindergeburtstag in der Station (auch ein Anlass für Gönner) mit einer Führung durch diese. Auch eine weitere Patin ist da, die einen weiteren Vogel auswildern wird.

Andi Lischke ist der Leiter dieser Greifvogelstation, er ist ein engagierter Wildvogel-Pfleger und Naturschützer. Während wir in der Station sind erhält er einen Anruf, ein Patient wird für morgigen Sonntag angekündigt. In der Station werden durch menschliche Einwirkung verletzte Vögel aus der ganzen Schweiz gepflegt und wieder für das Leben in der Wildnis fit gemacht. Kurt z.B. hatte sich in einem Rebbaunetz verfangen und konnte sich nicht mehr befreien. Es zeigte sich, dass er sich keine schwereren Verletzungen zugezogen hat, und so konnte er nach kurzem Aufenthalt wieder entlassen werden. Andere Vögel müssen einen gebrochenen Flügel oder andere Verletzungen auskurieren.

Vor der Auswilderung müssen sie das Fliegen wieder antrainieren. Dazu sind sie in einer grossen Voliere. Damit sie auch einen Antrieb haben, das Fliegen zu üben, sind viele solcher Vögel hier zusammen gehalten. Dadurch vertreibt immer wieder ein Vogel den anderen vom Sitzplatz. dabei zeigt sich, ob der Vogel wirklich fit ist und er ist gezwungen zu üben.

Hier fängt Andi Lischke heute 2 Vögel, einen Turmfalken für die andere Patin und einen Mäusebussard für mich. Die Paten erhalten den Vogel auf die Hand gesetzt und müssen ihn an den Füssen festhalten. Die zweite Hand hält die Schwingen fest. Aber erst wird das Tier aus der Patienten-Datei gestrichen und noch einmal festgehalten.

An einer geeigneten Stelle im Garten der Station wird dann der Vogel frei gelassen. Die Hand auf dem Rücken wird entfernt und der Griff an den Füssen gelöst. Kurt bleibt noch einen Moment sitzen, als ob er sich der Situation nicht sicher wäre. Dann aber öffnet er die Schwingen und hebt ab, jetzt muss er sich wieder selber um seine Mahlzeiten kümmern. Einige Male hören wir ihn in der Nähe noch rufen.

Da wir jetzt wieder etwa 2 1/2 Stunden zurück fahren müssen, suchen wir noch eine Möglichkeit zuvor etwas zu essen. Andi Lischke hat auch Feierabend für heute und selber auch noch nichts gegessen. Das ergibt die Möglichkeit, mit ihm gemeinsam zu Abend zu essen und interessante Gespräche zu führen.

Die Greifvogelstation in Berg am Irchel wird vollständig durch Spendengelder finanziert. Daneben betreibt die Stiftung Paneco auch eine Auffangstation für Orang-Utans auf Sumatra. hier findest Du mehr Informationen zu diesen Projekten : https://paneco.ch/

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