Gesundheitswesen in Japan

Ashanti geht es nicht gut heute. Wir haben Kyoto verlassen und sie hat starke Bauchschmerzen. Wir grübeln, ob irgendetwas, das wir gegessen haben, die Ursache sein könnte, finden aber keine verdächtige Mahlzeit. Doch ganz kann man es nicht ausschliessen, wenn nicht immer genau weiss, was man isst.

Während der mehrstündigen Zugreise auf die Insel Shikoku werden die Schmerzen heftiger und wandern abwärts. Erst beschliesst sie, den Nachmittag im Hotel ruhend zu verbringen. Nach kurzer Zeit, das Heidekraut und der Braunbär sind gerade im Begriff das Hotel zu verlassen um einen Schrein zu besuchen, entscheidet sie sich doch, einen Arzt aufzusuchen.

In der Nähe der Hotels befindet sich eine kleine Klinik, oder eine Gemeinschafts-Praxis. Englisch spricht hier aber niemand. Arzt und Helferinnen sind sehr freundlich und mit Händen und Füssen kann offenbar die Verständigung erfolgen.

Heidekraut und Bär sind inzwischen beim Schrein angekommen und haben sich umgesehen. Wir sind gerade im Begriff, den Ort zu Fuss zu verlassen und mit den öffentlichen Verkehrsmitteln wieder nach Tokushima zurück zu fahren. Da erreicht uns eine Nachricht von Ashanti, der Arzt spricht von einer notwendigen Operation, der Blinddarm sein entzündet. So lassen wir vor Ort ein Taxi rufen, das uns wiederum zum Hotel zurück bringt.

Nach etwas Suchen finden wir die Klinik und können können wir gerade erfahren, dass Ashanti in das Präfektur-Krankenhaus, auch hier in Tokushima, gebracht werden soll, wo weitere Untersuchungen und allenfalls auch die OP gemacht werden sollen.

In der Zwischenzeit haben wir mit der lokalen Reiseagentur Kontakt aufgenommen (das hat man, wenn man eine Reise über ein Reisebüro bucht) und die hat uns eine Übersetzerin vermittelt. Frau Haruko ist eigentlich Reiseleiterin und wohnt eine Stunde entfernt in Takamatsu. WIr treffen sie in der Lobby des Hotels und fahren mit Ihr zum Krankenhaus. Dort unterhält sie sich mit dem Arzt, der ihr die Situation erläutert und die Massnahmen beschreibt. Das übersetzt sie dann für uns auch mit Hilfe eines Übersetzungsprogramms. Der Arzt ist der Meinung, dass die Entzündung mit Hilfe von Antibiotika behandelt werden könne, es bestehe eine 50% Chance, dass eine Operation vermieden werden könne. Er gibt Hinweise, worauf man achten solle, wann eine Hospitalisierung doch wieder erfolgen sollte und gibt die Medikamente für die nächsten 5 Tage mit. Sollte es bis dahin nicht deutlich besser werden, müsste die Situation erneut abgeklärt werden. Mit der Übersetzung können wir auch die Medikamente zweifelsfrei unterscheidenund wissen, wie sie einzunehmen und zu Dosieren sind. So wird Ashanti noch am Abend entlassen und schläft doch wieder im Hotel.

In den folgenden Tagen geht es mit ihr wieder stetig bergauf. Sie kann schon am folgenden Tag etwas essen, ohne zu erbrechen und die Schmerzen werden auch etwas weniger. Nach drei bis vier Tagen können wir erleichtert feststellen, dass diese Therapie offensichtlich Erfolg hatte. Das Reiseprogramm musste etwas angepasst werden, eine zusätzliche Nacht in dem Hotel in Tokushima und eine andere Reiseroute mit weniger Reisen und Hotelwechsel vermindert den Reisestress und die körperlichen Belastungen.

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