Kamikochi liegt inmitten der nördlichen Japanischen Alpen, zwischen Matsumoto und Takayama.
Es ist ein Hochtal des Azusa-kawa und liegt im Shubu-Sangaku-Nationalpark in der Präfektur Nagano. Das Tal kann nur mit dem Bus erreicht werden, Privatfahrzeuge sind nicht zugelassen. Es gibt einige Hotels und Unterkünfte sowie Campingplätze. Wir sind im Kamikochi Onsen, wo wir natürlich auch das Baden im Onsen geniessen.
Die Gegend bietet eine wilde Landschaft mit hohen, steilen Bergen zu beiden Seiten, die bis zu den Spitzen grün bedeckt sind. Unten dehnt sich ein Urwald aus mit kleinem Bambus am Boden. Wir haben uns für eine kleine Wanderung am Azusa-Kawa entlang entschieden. Die Kappabashi (Bashi = Brücke) ist eines der beliebtesteten Fotosujets hier und viele Menschen sind auch im Flussbett am Wasser. Eigentlich muss man sich im Nationalpark auf den Wegen halten, an diesen Stellen dürfen sie offensichtlich verlassen werden.
Viele Wanderer haben Glocken am Rucksack; nicht so gross wie unsere Kühe auf den Alpen, aber laut und gut hörbar. Das sei auch zum Schutz vor Bären, die es hier gibt und vor denen auch gewarnt wird. Diese sollen sich nicht an menschengemachte Nahrung gewöhnen, so dass sie nicht von solchen Gerüchen angelockt werden auf dem Campingplatz. Sich hörbar zu machen wird auch bei uns in Europa empfohlen bei Bären, so dass diese nie in eine Situation geraten sollen, aus der sie nur noch einen Angriff als Ausweg sehen. Auch Affen soll es hier geben, wohl die, die auch dafür bekannt sind, dass sie sich im Winter in heissen Quellen aufwärmen. Uns sind weder Bären noch Affen begegnet.
Etwas weiter hinten im Tal liegt etwas abseits des Baches ein Teich oder See, der Myoji-Ike. Dieser ist nur gegen einen Eintritt zu sehen und liegt malerisch im Wald eingebettet. Der untere Teil erinnert an einen Zen-Garten mit seinen Felsen-Inseln, die generell auch bewachsen sind mit Bäumchen und Sträuchern. Das Wasser ist soweit sichtbar nie tief.
An einem Steg ist eine Gebetsstelle angeordnet, wie ein kleines Torji mit Opferstock und den Symbolen für Blitz und Wind. Geduldig stehen die Japaner hier Schlange um kurz zu beten u/o Fotos zu machen.